American Gods 2.2 The Beguiling Man – Der Zug fährt

American Gods 2.2  The Beguiling Man - Der Zug fährt

Nach der Ermordung von Zorya hat Mr. Wednesday Rache geschworen.  Der Zug rollt. Ein Krieg zwischen den alten und den neuen Göttern scheint unvermeidlich. Im Auftrag von Mr. World wurde Shadow gefangen genommen. Er wird nun von Mr. Town verhört und gefoltert. Shadow: “ Wo bin ich?” Es ist hier nicht die Frage “WO DU BIST” sondern “WIESO DU BIST” so die Antwort von Mr. Town. Shadow wird psychisch mit den Erinnerungen an seine Jugend gequält. So erlebt er noch einmal die Einreise in die USA, die Aggressivität der Gangs, den Tod seiner Mutter und den tödlichen Seitensprung seiner Frau. Wie mit einem Zug fährt er durch seine mentale Landschaft. Gleichzeitig ist er aber auch in einem realen Zug, von dem er nicht weiß, wo er hinfährt. Züge der Realität haben Eigenschaften:

  • Fahren nach exaktem Zeitplan
  • Zu definierten Haltestellen
  • Der Weg wird durch die Schienen bestimmt
  • Weichen werden vom System gestellt
  • Der Lokführer arbeitet nach einer Checkliste
  • Das Abteil ist ein fixer Ort
  • Die Landschaft ist das Bewegliche

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Obwohl in einem Zug macht Shadow eine spirituelle Reise. An anderer Stelle sagt Czernobog den Aufgang eines neuen Sterns voraus. Möglicherweise ist das die Bestimmung für Shadow. Andererseits wirft ihm Mr. Town vor: “Du schwimmst immer mit dem Strom”. Was eigentlich so gar nicht spirituell ist. Seine Frau Laura hat auch ihren Glauben verloren; “Götter sind Märchen von und für Erwachsene”.  Was repräsentiert nun einen spirituellen Zug?

Man weiß nie wann er kommt:Eine spirituelle Reise kann man nicht planen. Das hat Shadow wohl auch nicht. Bereits als Jugendlicher hat er Mr. Wednesday getroffen und indirekt von ihm das Fingerspiel mit der Münze gelernt. Das war genau in dem Moment als er von der tödlichen Krankheit seiner Mutter erfuhr. Die Züge fuhren trotzdem und mit größter Regelmäßigkeit weiter. Solange bis es immer häufiger zu Störungen kam – Disruptors. Das Neue, Digitale ist nicht planmäßig gekommen. Keiner hat dafür einen Fahrplan erstellt und trotzdem fährt er – aber digital.

Einsteigen ist überall möglich:Haltestellen sind Orte des Still-seins. Sie geben dir eine Verbundenheit mit Allem. Du kannst einsteigen, alle Orte erreichen oder auch bleiben. Obwohl: “Kein Ort ist für jeden derselbe Ort” so Shadow schon als Jugendlicher. Daher muss sich jeder Mensch die spirituellen Haltestellen seines Lebens selber errichten. Es gibt Anleitungen von den alten Göttern, jedoch ohne Gewähr. Die neuen Götter haben dafür noch keine “App”.  Hier herrscht rasendes Tempo, alles ist minutiös und finanziell geplant. Mr. World hat für alles Businesspläne. Wo aber führt das Digitale hin?

Der Weg ist völlig unbekannt: Es kommt zu einem Paradoxon. Die alten Götter kennen die Wege. Sie geben den Menschen genaue Anweisungen. Ähnlich einem Fahrplan mit Ort und Zeit zum Umsteigen, zur Gepäckablage, den Sitzplatz, usw. Ist in den heiligen Büchern alles niedergeschrieben. Die neuen Götter hingegen wissen nicht wohin die Reise gehen soll. Media ist hier eine Ausnahme. Sie stützt sich auf die alten Fahrpläne (Maryline Monroe) und auf die unendlichen Bedürfnisse der Menschen. Media: ”Die Lust nach Ablenkungist grenzenlos. Ich kann sie in passiven Genüssen ertränken und ihre Spiritualität mit Babysprache auslöschen” Dazu hat sie einen Verbündeten, den Techboy. Allerdings dürfte es da gerade Zwistigkeiten geben. Die Marketing Leute sind schon so abgehoben, dass sie sich von der Technik loslösen wollen.  Weil aber Mr. World die Media unbedingt für den anstehenden Krieg braucht muss sie der TechBoy suche. Er droht mit Abschaltung und: “Ich bin der Menschheit größte Erfindung” .

Weichen stellt man selber: Dazu haben die großen Weltreligionen unterschiedliche Vorstellungen. In asiatischen Traditionen hat man über das Karma sehr viel selber in der Hand. Im Gegensatz dazu der Islam, wonach ohnehin schon alles durch Gottes Wille entschieden ist. Im christlich-, atheistischen Europa hilft dir Gott wenn du arbeitest und fleißig bist. Die Liebesgöttin Bilquis muss sich nun für sich eine Weiche stellen. Mit den alten oder den neuen Göttern aber keinen Krieg. Im Diskurs mit Mr. World meint sie: “Krieg trennt Liebende auseinander, Krieg und Liebe sind zwei Seiten einer Münze damit sie sich nie begegnen” .

Die ersten Weichen im Leben stellen uns noch die Eltern. Wenn sie uns viel geben, dann zeigen sie uns auch noch wie wir die Weichen in unserem Leben stellen. Laura Moon hat sich entschieden mit dem besten Freund ihres Mannes fremd zu gehen. Laura zu Mad Sweeney: “Ja ich habe es getan und bin jetzt tot, aber ich stehe dazu. Bei uns steht darauf aber nicht die Todesstrafe”. Obwohl, es gibt immer noch Länder in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht (Brunei).

Gott gibt mir jede Freiheit: Gott hat uns die Welt gegeben und auch die Verantwortung dafür übertragen. Wir haben es selber in der Hand; Ein Paradies oder die Hölle!

Das Materielle ist fix:  Wir sitzen in unserem Abteil und sind überzeugt, dass es sich hier um die ganze Welt handelt. Es verändert sich nichts. Manche glauben eine Klimaveränderung zu erkennen. Aber sonst alles fix. Die anderen sollten doch etwas flexibler sein!

Das Geistige ist beweglich:Die Landschaft zieht an uns vorbei. Manchmal können wir klar sehen, ein andermal ist es neblig und wieder einmal ist es finster. Am Ende der Episode ist der fahrende Zug (Geistige) in das stehende Auto (Materielle) gefahren.  Mr. Wednesday zum von ihm so positionierten Auto “Ich wünsch dir ein gutes Karma

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